August Beckers Chronik vom Freitag, den 21. 12. 2012

Der Autor hat gestern gemutmaßt, dass es nie einen Ausfall der Grazer Fernwärme gegeben hat, sondern nur eine Umleitung der Wärme in das SubSup. Heute ist er sich sicher, dass dem so war.

Er hat nämlich jenen Logistiker wieder getroffen, der das russische Reparaturteam für unse­re Fernwärmeleitung engagiert haben will. Den mit der Freundin in Kasan in Zentral­russland, die er immer nur auf Parkbänken trifft (nachzulesen in der ABC vom letzten Diens­tag). Wer jetzt glaubt, dieser habe den Autor wegen seines publizistischen Verrates zur Rede gestellt, der irrt, denn der Logistiker liest August Beckers Chronik nicht, genauso wenig wie seine hiesige Frau, eine Afrikanerin, die hoch­schwan­ger ist zum dritten Kinde.

Ja, dieser Logistiker hat dem Autor ein weiteres Geheimnis verraten, an dem auch der Leser teilhaben möge: Man könne die Liebe eines Paares daran messen, wie viele ihrer künftigen Kinder die beiden beim ersten Male in den Augen des jeweils anderen sehen könnten. Wer jetzt glaubt, dies sei ein äquatorialer Voodoo-Trick, der irrt schon wieder: nein, diese Geschichte ist ein abgewandeltes Zitat aus dem Film „Don Juan de Marco“, erschienen 1995, mit Johnny Depp, Marlon Brando und Faye Dunaway in den Hauptrollen.

Und nun kommt’s: der Genannte will sechzehn Kinder in den Augen seiner Frau gesehen haben und sie in den seinen, und selbstverständlich ziehen die beiden das durch. Damit so was überhaupt machbar ist, hat er als Logistiker den genialen Plan gefasst, seine Familie mit Nebenfrauen zu verstärken, die ihn alle abgöttisch lieben und deshalb bereit sind, auf eigene Kinder mit ihm zu verzichten, um sich denen seiner Hauptfrau widmen zu können. Seine Liebschaft in Kasan dient also einem höheren Zweck! Hand aufs Herz: würden Sie diesem Herrn einen Tag lang Ihr Auto anvertrauen? Nein? Dann verstehen Sie, warum August Becker an das Team aus Kasan nicht mehr glaubt. Und wen das noch nicht überzeugt hat, dem sei verraten, dass unser Neo-Patriarch seine Ne­benfrauen aus Spam-e-mails rekrutieren will, ver­mut­lich wegen der vielen Millionen, die solche Bräute üblicherweise mitbringen!

So weit, so amüsant. Doch eine Frage bleibt offen: ist der Autor diesem Verrückten nur zufällig begegnet oder wurde er gezielt benutzt, um via ABC ein falsches Gerücht zu nähren? Oder hat schlicht August Becker die Rückkehr seines Flaschengeistes nicht verkraftet (Näheres dazu in der ABC vom letzten Mittwoch)? Das muss schleunigstens geklärt werden! Denn wenn August heute dem Weltuntergange beiwohnt (dem dritten in seinem Erdendasein, siehe ABC vom letzten Sonntag), dann möchte er schon wissen, ob dieser nun tatsäch­lich statt­findet oder nur im Kopfe von Sheik Yerbouti in a Medi­terr­anean Sundance über den Wolken.